Es ist schön zu sehen, dass Pornosucht in der Wissenschaft aber auch in der Öffentlichkeit immer mehr Aufmerksamkeit bekommt. Zwar würde meiner Meinung nach die hohe Anzahl der Betroffenen eine noch viel größere Aufmerksamkeit rechtfertigen, aber ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten paar Jahren in dieser Hinsicht große Fortschritte machen werden.

Wie ernst sieht die klinische Psychologie die Sucht nach Pornos wirklich?

Denn noch immer sind viele damit überfordert und aufgrund jahrelanger Erfahrung, erkenne ich schnell, wenn ich es mit einer Person zu tun habe, der an der falschen Stelle gräbt. Wenn ich nämlich an erfolgreiche Menschen denke, kommt mir oft ein Zitat vom MMA Kämpfer Conor McGregor in den Sinn.

“ To do anything to a high level, it has to be a total obsession.

Conor McGregor

Überdurchschnittlicher Erfolg in jedem Lebensbereich hat etwas mit Besessenheit zu tun. Wer es schaffen kann wie besessen an etwas zu arbeiten, sei es nun ein persönliches Ziel oder ein Karrierewunsch, der kann fast gar nicht scheitern.

Falsch gesetzte Prioritäten sind wie ein Nährboden für jede Form von Sucht

Ähnlich verhält es sich mit Klienten die ihre Sucht bezwingen wollen. Es ist schön 90 Tage lang ohne Pornos und Masturbation durchzuhalten (wie bei Nofap) und alle möglichen Blocker auf dem PC und Smartphone zu installieren, doch das alleine wird nicht für die Heilung ausreichen.

Wie schwer ist ein vollständiger Entzug?

Der Entzug der Sucht muss nämlich für die Betroffene Person zur absolut höchsten Priorität im Leben werden. Wer dies nicht versteht, wird niemals erfolgreich seine Sucht bezwingen. Punkt.

Ein Einwand den hier einige meiner Klienten bringen ist z.B. „Marko ich habe Kinder, ich stelle nichts über sie! Meine Kinder sind die höchste Priorität und daran werde ich nichts ändern!„.

Das ist eine sehr löbliche Einstellung und ich freue mich darüber, wenn ein Klient von mir seinen Kindern so viel Bedeutung zukommen lässt. Aber was haben die Kinder von einem Vater der ständig unkonzentriert ist und nicht aus seiner Depression kommt, weil ihn die Sucht immer wieder runterzieht?

Nur wer die Bekämpfung der Masturbationssucht zur höchsten Priorität macht, wird langfristig sauber bleiben.

Solchen Argumenten entgegne ich folgendes. Wenn bei jemanden Krebs diagnostiziert wird, stellt dies alle anderen Dinge in den Schatten. Egal wie hoch die Ambitionen sind, wenn der Betroffene sich nicht um seine Krebsdiagnose „kümmert“ stirbt er und alle anderen Ziele können somit niemals erreicht werden.

Wer die Genesung einer Sucht nicht zur höchsten Priorität im Leben macht, hat geringe Erfolgschancen

Die Heilung einer Krankheit muss immer an oberster Stelle stehen. Deshalb reicht es auch nicht einfach nur einen Pornoblocker zu installieren und drei Monate lang abstinent zu sein.

Durchschnittliche Masturbationshäufigkeit in Deutschland (Amorelie)

Betroffene müssen ihre Werte, Glaubenssätze und Verhaltensweisen von Grund auf verändern um wirklich langfristig nicht auf Pornos zurückfallen zu müssen. Alles andere empfinde ich sogar schon als gefährlich. Wer sich z. B. darauf verlässt nach drei Monaten vollständig geheilt zu sein und dann rückfällig wird, für den bricht ein gewisses Weltbild bzw. eine gewisse Überzeugung komplett ein und er ist hinterher oft noch schlimmer dran als er es vorher war. Ein Phänomen, dass oft in der Nofap Community beschrieben wurde.

Darum fällt es Betroffenen so schwer ihre Sucht abzulegen

Die Sucht nach expliziten Inhalten wird meist über Jahre hinweg konditioniert und brennt sich tief in das Gehirn des Betroffenen ein, da die sich wiederholenden Verhaltensweisen neue neuronale Verschaltungen im Gehirn erzeugen, die erst über Monate oder sogar Jahre hinweg abgebaut werden müssen. Im Prinzip handelt es sich hierbei um eine Störung des Belohnungszentrums.

Betroffene zeigen im Gehirn beim Anblick von pornographischen Inhalten auch ähnlich intensive biochemische Reaktionen wie Menschen mit einer Kokainsucht. Umso wichtiger ist es das Problem der Pornosucht wirklich ernst zu nehmen und sich professionelle Hilfe zu holen.

Heute noch Hilfe anfordern

Wenn Sie sich beim Durchlesen dieses Textes angesprochen gefühlt haben sollten, so zögern Sie nicht ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch mit mir zu vereinbaren. Nach einer genauen Anamnese deiner Situation werden wir dann gemeinsam ein Konzept ausarbeiten, wie dir geholfen werden kann.

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