Wer sich mit dem Thema Pornosucht beschäftigt, wird zwangsläufig auch mit dem Begriff Nofap konfrontiert. Hinter dem Begriff verbirgt sich ein immer größer werdendes Bewusstsein für den Schaden den der Missbrauch von Online Pornographie verursacht. Viele verleugnen auch ganz einfach, dass sie süchtig sind.

Die Nofap Foren sind dabei beeindruckend voll mit Erfolgsgeschichten von Personen die es geschafft haben Monate- und teilweise Jahre lang abstinent zu bleiben und von teilweise unglaublichen positiven Effekten berichten. Die meisten aus der Community betrachten eine 3 Monate lange Abstinenz von Pornographie und Masturbation als den „heiligen Gral“. Viele sollen danach als geheilt gelten … und genau hier sehe ich diese Thematik eher kritisch.

90 Tage lang abstinent sein, ist nicht das Allheilmittel gegen diese Sucht.

Dies mag sich für viele wahrscheinlich selbstverständlich anhören, aber viele Betroffenen verstehen nicht, dass 90 Tage Nofap nicht unbedingt darin resultiert, von der Sucht nach Pornographie geheilt zu werden. Dies liegt an verschiedenen Faktoren, die ich nun ausführlich erklären werde.

1. Abstinenz bringt nichts, wenn währenddessen keine Entwicklung stattfindet

Der wahrscheinlich wichtigste Grund für meine Hypothese ist, dass bei der 90 tägigen Abstinenz der Betroffene nur einen Gedanken im Kopf hat. „Ich muss 90 Tage lang abstinent von Pornographie und Masturbation sein.“

Dies ist natürlich eine löbliche Einstellung und Betroffene setzen alles daran die 90 Tage durch zu ziehen. Viele installieren eine Kindersicherung, andere löschen sämtliche Filme, während andere sogar Wetten mit dem Bekanntenkreis abschließen.

Es ist wichtig, dass während der Abstinenz, eine Entwicklung stattfindet um langfristig die Sucht zu besiegen

Das Problem bei diesem Vorgehen ist, dass die Person die die Abstinenz durchführt, sich komplett darauf versteift und die eigentliche Wurzel des Problems gar nicht wahrnimmt.

2. Immer wieder von Null anfangen

In den Foren überschlagen sich die Nutzer gerade zu mit ihren Erfolgsgeschichten. Wer am längsten durchhält, diejenigen die am längsten durchhalten gelten dementsprechend als die unangefochtenen Alphatiere innerhalb der Nofap Community. Wer rückfällig wird und sich einen Fehler leistet, muss sofort wieder von vorne anfangen.

Am Anfang fällt es einem natürlich leicht von Pornos weg zu bleiben und nicht zu masturbieren, aber früher oder später melden sich die alten Gewohnheiten wieder. Ich habe in all den Jahren, in denen ich pornosüchtige Personen berate, kaum jemanden erlebt der ohne einen Rückfall wieder gesund geworden ist.

Immer wieder von vorne anfangen müssen, nur um eine Challenge zu gewinnen, ist ein Garant für Frust

Wer würde ein Videospiel spielen, in dem man jedes Mal ganz von vorne anfängt, wenn man stirbt? So ein Spiel wäre extrem frustrierend und unbefriedigend und würde alle potentiellen Spieler nur vergraulen. Wieso es trotzdem immer noch das gängige Mantra ist bei Null anzufangen, wenn man rückfällig geworden ist, ist mir ein Rätsel.

Meine Klienten lernen, dass es so etwas wie „von vorne anfangen“ nicht gibt. Anstatt sich auf die Niederlagen und Rückschläge zu fokussieren und sie immer wieder im Kopf zu wiederholen, lernen Klienten ihre Siege zu feiern und aus Fehler zu lernen. So wird jeder Rückschlag zu einer neuen Chance etwas zu lernen und beim nächsten Anlauf noch fokussierter zu sein.

3. Universeller Ansatz für verschiedene Form von Süchten

Da jeder Mensch durch Umwelt und Genetik eine einzigartige und individuelle Prägung hat und sich drastisch von anderen Menschen unterscheidet, ist es nicht möglich eine „funktionierende“ Methode einer ganzen Population zu empfehlen.

Es gibt bestimmt Männer für die es Ratsam ist komplett abstinent von Pornos und Masturbation zu sein, Dies kann für andere allerdings viel Leidensdruck erzeugen, was bei einer Suchtbekämpfung nicht hilfreich ist. Schließlich ist das Gehirn daran gewöhnt mehrmals pro Woche (oder auch pro Tag) eine große Menge an Glückshormonen zu bekommen.

Jede Mensch ist auf eine andere Art und Weise süchtig und muss einzigartig behandelt werde, ein universeller Ansatz macht keinen Sinn

Deshalb sollten einige Betroffene lieber peu à peu den Konsum senken und somit ihr Gehirn schrittweise daran gewöhnen mit weniger Dopamin auszukommen. Für andere ist dieser Ansatz allerdings nicht förderlich, da sie einen kompletten Rückfall erleben auch wenn sie nur für ein einziges Mal ganz kurz rückfällig werden, Es ist also eine Entscheidung die individuell getroffen werden muss.

4. Problem an der Wurzel packen

Im Verlauf unseres Lebens lernen wir verschiedene Mechanismen wie wir mit Stress, Emotionalen Schmerzen und anderen Emotionen umgehen. Einige Menschen meistern diese Fähigkeiten aber nie und kriegen als Erwachsene große Probleme da sie als Bewältigungsmechanismus zu Drogen, Alkohol oder eben Pornos greifen.

Abstinenz kann keine dauerhafte Lösung sein, wenn die eigentlich Ursache nicht an der Wurzel gepackt wird

Wer dauerhaft frei von der Pornosucht sein möchte, der muss sich auf einer persönlichen Ebene fundamental verändern. Wenn sich nämlich die Art und Weise wie wir mit emotionalen Schmerzen umgehen nicht ändert, werden Pornos immer wieder einen Weg zurück in unser Leben finden.

Folgende Dinge höre ich oft, wenn ich mit Klienten eine Sitzung habe:

  • Traumatische Ereignisse aus der Kindheit
  • Fehlende männliche Bezugsperson
  • Mangel an anderen Formen von Stimulation
  • Überforderung
  • Nicht vorhandenes Liebesleben

Fühlen Sie sich überfordert?

Angesicht der Tatsache, dass eine Abhängigkeit von Pornographie so tiefgreifende Veränderung im Gehirn hervorruft, ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen sich mit der Thematik überfordert fühlen und nicht alleine einen Ausweg finden. Machen Sie deshalb heute noch ein unverbindliches und kostenloses Erstgespräch mit mir aus und ich werde mit Ihnen ein individuelles Konzept erarbeiten, mit dem Sie Ihre Sucht endlich in den Griff bekommen können.


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